dX Lissabon 2019

Im Moment sitze ich in der Diabetesklinik Bad Mergentheim fest – was aber nicht heißt, dass es keine Neuigkeiten gibt! Den Anlass für meinen Aufenthalt dort werde ich euch in einem anderen Beitrag erzählen (wer mir auf Instagram folgt, weiß bereits Bescheid!).
Die viele freie Zeit hier habe ich dafür genutzt, ein tolles Ereignis von vor wenigen Wochen Revue passieren zu lassen.

Sagt mal, kommt es euch ebenfalls total komisch vor, dass schon wieder das halbe Jahr vorbei ist? Ich lebe gefühlt immer noch im März, fiebere auf meine Zeit in Korea (so in einem halben Jahr) hin und denke mir „Och, ist ja noch genug Zeit sich um alles zu kümmern“ & zack – ich realisiere, dass ja schon Mitte Juli ist und ich bald meine Koffer packe!

Aber bevor es nächsten Monat zurück nach Korea geht, ging es Ende Juni erst einmal nach Portugal! Der dX, seitens der Firma Abbott Diabetes Care, fand dieses Jahr in der wunderschönen Stadt Lissabon statt, und ratet mal, wer ein Teil davon sein durfte. 

66166046_2861055803966768_6287335739088699392_n Na, kommen euch die weißen Teilchen auf dem Bild bekannt vor? Das liegt daran, dass Abbott die Firma ist, welche (u.A.) die FreeStyle Libre Sensoren herstellt. Bis vor wenigen Wochen, habe ich diese süßen Teilchen noch selbst getragen (aus persönlichen Gründen musste ich zu einem anderen System wechseln). 

Umso aufregender fand ich es, nun Teil eines so großen Events sein zu dürfen! Wie man mich kennt, war ich natürlich wieder total aufgeregt auf das bevorstehende Wochenende und vor allem die Menschen, die ich dort treffen werde.

Also stieg ich am 21.06.2019 in ein Flugzeug am Frankfurt Flughafen und hob pünktlich ab! Von dem anstrengend Flug möchte ich jetzt gar nicht erst berichten, letztendlich bin ich (mehr oder weniger) sicher in Lissabon gelandet und nahm direkt ein Taxi in das wunderschöne Hotel, welches nah am Meer lag – wow. 
Nach einer kurzen Pause begann auch schon unser Abendprogramm des Diabetes Exchange (dX). Bei einem Gläschen Wein konnten wir uns alle beschnuppern und ich lernte unsere deutsche Crew kennen. Hiervon waren mir alle fremd, bis auf Michi, welchen ich schon im April in Mainz kennenlernen durfte. 

v.l.n.r.: Ich, Kathy, Beate, Michi, Larissa, Leon und Astrid

Nach einer „kurzen“ Vorstellungsrunde aller Teilnehmer, war dann auch allen klar, dass das Wochenende nur toll werden kann – bei so tollen Menschen 🙂 . Wir genossen den Rest des Abends bei einem tollen portugiesischen Essen inmitten eines Festivals. Total geflasht von der lauten Musik, den tanzenden Menschen und den bunten Farben überall, ging es für drei Mädels und mich ein bisschen früher zurück ins Hotel. Wir waren alle vier sehr müde und k.o. von der Reise und den ersten Eindrücken. Was uns jedoch dann im Taxi passiert ist, hat keiner so wirklich erwartet. Mit 80 durch die 30er Zone, eben mal kurz auf die Busspur gewechselt (von welcher wir dachten, es sei die Gegenfahrbahn), über Schlaglöcher und Bodenwellen – in Rekordzeit zurück. Den kleinen Schock verarbeiteten wir dann bei einem kurzen Spaziergang in der Umgebung des Hotels. Dabei fiel mir erneut auf, dass eine Stadt nicht nur bei Tag wunderschön sein kann – schaut ihr euch eigentlich die Stadt, in welcher ihr Urlaub macht, auch mal bei Dunkelheit an? 

Der Samstag begann mit einem straffen Programm – kurz zum Frühstück und los ging es. Das Wochenende hatte zwar ein grobes Thema (hauptsächlich was die Vorträge anging), „Diabetes und Technologie“, jedoch wurde untereinander über alles mögliche geschnattert. Es war ähnlich, wie in Kopenhagen: Sobald viele von uns auf einen Haufen kommen, entsteht zu viel Gesprächsstoff für nur ein Wochenende. 

Von Updates aus dem Bereich des FreeStyle Libre, über Selbsthilfeorganisationen in Europa, bis hin zu dem Künstler Appleton: Es war die perfekte Mischung und eine super Abwechslung vorhanden. 
Vielleicht ist dem ein oder anderen ja schon einmal dieses Foto vor die Nase geflattert: 

Quelle: Appleton Art Works

Der Künstler, welcher eigentlich Taylor Appleton heißt, kämpft in Amerika gegen die hohen Insulinpreise, welche oft leider auch Folgen wie Todesfälle haben. Er verlor seine kleine Schwester durch eine Fehldiagnose des Typ-1-Diabetes und hat sich als Lebensmission genommen, für mehr Aufklärung und Wandel in der Welt zu sorgen. Er sammelt alle seine Insulinfläschchen und zaubert mit ihnen beeindruckende Kunstwerke. 

Gemeinsam mit Appleton hatten wir einen kleinen Workshop, bei welchem wir unser eigenes Graffitti sprühen durften. Also rein in den weißen Schutzanzug, Atemmaske auf und Handschuhe an. 

Die coole Zuckerschnuten höchstpersönlich! (Hannah & Ich)

Leider liegt mir im Moment kein Foto des fertigen Kunstexemplars vor, sobald ich etwas habe, werde ich es hier einfügen 🙂 . 

Was ich an diesem Tag mit am interessantesten fand: Die Patientenorganisationen in Großbritanien. Der Zusammenhalt dort unter den Diabetikern ist mega! Ich habe das Gefühl, sie sind uns da einen Schritt voraus und wir können viel von ihnen lernen. Ebenfalls erreichten die Dänen, dass kein Kind von der Schule oder dem Kindergarten ausgeschlossen werden darf, aufgrund des Diabetes oder einer anderen Behinderung! Dies passiert leider viel zu häufig in Deutschland, was uns Kathy nochmals in ihrem Vortrag verdeutlichte. Sie setzt sich für die Unterstützung von Eltern mit Typ-1-Kids ein – unfassbar wichtig! 

Den Abend schlossen wir dann gemeinsam bei einem leckeren Essen direkt am Wasser ab ❤ . Es gab leckeren Fisch und der Wein begünstigte die Englischkenntnisse von uns allen 😀 . 

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So sieht ein glücklicher Mensch aus 🙂 dafür benötigt es keine Reise nach Portugal oder ein tolles Hotel. Was wichtig ist, sind die Menschen, die um einen herum sind. Und bei solchen Veranstaltungen, wie dem dX in Lissabon, kommen offene und nette Leute zusammen, um sich auszutauschen und etwas zu bewegen.

Der Sonntag verging dann viel zu kurz: Wir hörten zwei sehr spannende Vorträge explizit zum Thema „Diabetes im Jahre 2030/50“, sowie der Verbindung von Science Fiction und Medizin. Wie wird wohl unsere Behandlung in 20, 30, 40 Jahren aussehen? Meint ihr, irgendwann kann man uns wie in Star Trek mit einem kleinen Gerät scannen und bekommt alle Vitalwerte? Was denkt ihr darüber? Lasst mir gerne eure Wünsche, Ideen und Träume für die Zukunft in den Kommentaren da! 🙂

Unser Rückflug war leider etwas anders als geplant. Der Regen brachte Nebel mit sich und wir saßen erst einmal fest. Aber was sind schon 2 – 3h mehr, wenn man mit coolen Menschen zusammen fest sitzt, oder? 😉 

Total verspätet und übermüdet wurde ich dann noch sicher von Leon nach Hause gefahren und konnte kurz nach Mitternacht ins Bettchen kuscheln. 

Vielen Dank, liebes Abbott Team, dass ihr mir diese Reise ermöglicht habt! Es war ein unvergessliches Event, ich durfte sehr viel neues über die Technologie und Trends lernen – aber vor allem durfte ich eins: Ganz, ganz tolle Menschen aus gesamt Europa kennenlernen. So etwas bedeutet mir sehr viel und ich bin dankbar dafür, dass ich Teil etwas ganz großem sein darf! 

Bis ganz bald!
Nathalie 

(Disclaimer: Ich wurde seitens Abbott Diabetes Care zu diesem Event eingeladen. Dementsprechend wurden meine Reise- und Hotelkosten vollständig übernommen. Dies beeinflusst jedoch in keinster Weise meine Eindrücke u. Berichterstattung!)