Der Diabetes und seine Ursachen

Willkommen zu dem ersten Teil meiner neuen Diabetes-Reihe!
Ich werde öfter danach gefragt, was genau die Ursache meiner Erkrankung ist und, ob es nicht die gleichen Auslöser hat wie der Typ-2-Diabetes.
Leider, und das ist ein großes Problem (immer noch), wird der Typ 1 von dem 2er selten differenziert, dabei sind es zwei sehr verschiedene Krankheitsverläufe.

Ich bin niemand von denen, die sagt, dass diese zwei Krankheiten komplett verschieden sind. Denn es gibt Gemeinsamkeiten, wie z.B. das betroffene Organ und ein Teil der Therapiemöglichkeiten, allerdings gibt es auch sehr wichtige Unterschiede, welche leider zu oft vergessen werden.
Und, es ist oft der Fall, dass der Typ 1 in einen Topf mit dem Typ 2 geschmissen wird. Was ich damit meine?
„Ich hab Typ-1-Diabetes.“ – Oh, wirklich? Das hat meine Oma auch. Die darf jetzt keinen Zucker mehr essen.
Ja, doof für deine Oma, ich darf es allerdings schon.

Die genauen Unterschiede des Krankheitsverlaufs sollen heute allerdings nicht das Thema sein. Viel mehr soll es darum gehen, wie die Krankheit „entsteht“ und welche Gründe es dafür geben kann. Da die Ursachen für das Ausbrechen eines Diabetes von Typ zu Typ unterschiedlich sind, ist es umso wichtiger, dass man die wesentlichen Unterschiede kennt und versteht. Ich werde versuchen, es so klar wie möglich darzustellen – falls dennoch Fragen bleiben, bitte nachfragen! 🙂

Typ-1-Diabetes

„Die Abwehrzellen des Immunsystems greifen die Insulin produzierenden Beta-Zellen im eigenen Körper an und zerstören sie. Die Beta-Zellen befinden sich – zusammen mit den Alpha-Zellen, die das Blutzucker erhöhende Hormon Glukagon herstellen – in der Bauchspeicheldrüse. Dieses Organ, das in der oberen Bauchhöhle zwischen Magen, Milz und Leber liegt, gibt die Hormone Insulin und Glukagon direkt ins Blut ab.“*
Das ist ein kleiner Auszug der Website „Diabetes-Ratgeber“, welcher meiner Meinung das Ganze recht simple zusammenfasst. Jeder von uns hat (ok, mit wenigen Ausnahmen!) eine Bauchspeicheldrüse, welche Insulin und Glukagon produziert.
Wieso das Ganze jetzt passiert ist, kann man nicht genau sagen. Die genaue Ursache für den Typ 1 ist noch nicht erforscht worden. In geringer Zahl spielt die Vererbung eine Rolle, die Umweltfaktoren und wohl ein bisschen Pech?
Was aber ganz wichtig hier ist: Es kommt NICHT vom „zu viel Zucker essen und zu wenig Sport treiben“. Und das müsst ihr euch merken, was genau Beta-/Alpha-Zellen ist „good to know“, mehr aber auch nicht. Typ-1-Diabetiker können für ihre Erkrankung nichts.
Merke: Insulin senkt den Blutzucker; Glukagon lässt ihn steigen.
Bei mir steigt der Spiegel nur noch, da die Beta-Zellen nicht mehr funktionieren – GAR NICHT MEHR. Es ist eine Autoimmunkrankheit, wobei mein eigener Körper die Alpha-Zellen selbst zerstört, nicht der BigMac bei McDonalds.

(Den Typ-1b-Diabetes habe ich hier bewusst nicht angesprochen.)

Typ-2-Diabetes

Hier entwickelt der Körper eine sogenannte „Insulinresistenz“, was bedeutet, dass die Zellen des Körpers unempfindlich auf Insulin reagieren.
Übergewicht begünstigt diese Entwicklung, da Fettgewebe, Botenstoffe ausschüttet, die eine Insulinresistenz fördern.
Zunächst versucht der Körper, die Insulinresistenz zu überwinden, indem er mehr Insulin ausschüttet. In einem frühen Stadium des Diabetes ist der Insulinspiegel im Blut daher erhöht. Schließlich erschöpft die Insulinproduktion.* Die Bauchspeicheldrüse muss immer mit voller Power arbeiten und irgendwann wird sie an einem „Burnout“ leiden.
Wenn in eurer Familie bereits ein Typ-2-Diabetes auftrat, sind die Chancen, dass ihr selbst auch irgendwann einen entwickelt, begünstigt (Es gibt Quellen, die eine Wahrscheinlichkeit bis zu 60% prognostizieren).
Merke: Bei einem Typ-2-Diabetes produziert die Bauchspeicheldrüse weiterhin Insulin, welches vom Körper jedoch schwerer aufgenommen werden kann (Insulinresistenz). Dieser Zustand wird durch erhöhtes Gewicht, schlechte Ernährung und Vererbung begünstigt. In vielen Fällen kann der erkrankte Mensch noch selbst etwas dafür tun, dass der Diabetes abschwächt bzw. wieder ganz verschwindet: bessere Ernährung, mehr Bewegung, bewussterer Lebensstil.

Es gibt noch viele weitere Diabetes-Typen, welche ich jedoch bewusst hier nicht angesprochen habe. Ich selbst bin vom Typ-1-Diabetes betroffen, weshalb mich Sprüche wie „Du darfst den Kuchen doch gar nicht essen!“ dezent abnerven. Allerdings weiß ich, dass viele Menschen die Unterschiede nicht kennen und einfach das los plappern, was ihnen in den Medien unter „Diabetes“ vorgelebt wird (Ich war ja selbst einer davon).
Ich hoffe, dass euch diese kurze Zusammenfassung helfen konnte und ihr jetzt etwas belesener seid, was die Ursachen eines Diabetes angeht 🙂

Habt ihr weitere Ideen für diese Reihe? Dann lasst es mich wissen! Ich freue mich auf eure Kommentare, Nachrichten und Kritik.

*Quelle: https://www.diabetes-ratgeber.net

Neue Blog-Reihe

Hallo ihr da draußen!
Auf der Suche nach neuen Themen für meinen Blog, bin ich auf die Idee gekommen, eine eigene „Blog-Reihe“ zu starten.

Unter dem Namen „Der Diabetes und …“ möchte ich verschiedene Themen ansprechen, Fragen klären und Vorurteile aus dem Weg räumen, rund um die Krankheit – ganz egal welcher Typ.

Doch dafür benötige ich eure Hilfe! Ich bin nun mitten drin und bekomme so langsam ein Gefühl dafür, wie es so ist mit dieser Krankheit leben zu müssen. Aber was beschäftigt euch? Was denkt ihr so über den Diabetes – welche Vorurteile habt ihr? Gibt es etwas, dass für euch noch nicht gut genug erklärt oder behandelt wurde? Egal was! Ich bin über sämtliche Vorschläge, Fragen und Vorurteile „froh“ und freue mich darauf, sie mit euch thematisieren zu können.

Gerne könnt ihr unter diesem Beitrag ein Kommentar da lassen oder Kontakt über das Formular hier aufnehmen.
Ansonsten findet ihr mich noch auf Instagram oder Facebook.

Man sieht sich & „folgen“ nicht vergessen 🙂

Aus 2 wurden 9 Liter Wasser

Viele stellen mir die Frage „Hätte man es ahnen können?„.
Mir ist (rückblickend) aufgefallen, dass die Symptome schon früh aufgetreten, allerdings nicht ernst genommen worden sind.

Ich denke, es kennt jeder die weit verbreiteten Symptome wie Durst, Müdigkeit und Gewichtsverlust. Ich hatte jedoch das Problem, dass ich sie nicht so richtig ernst genommen habe und vor allem, ich konnte sie nicht richtig einordnen und deuten.
Mitte 2016 wurde bei der Blutabnahme ein erhöhten HbA1c-Wert festgestellt und mit dem Rat „gesünder zu essen und mehr Sport zu treiben“ wieder abgetan – „Das wird wieder. Keine Angst.“
(Kleiner Spoiler: Es wurde nicht wieder.)

Während ich mein Auslandsjahr in Korea verbrachte, wurde der Durst immer mehr. Angefangen hat es bei vielleicht 3 Litern am Tag.
Ich habe angefangen Gewicht zu verlieren… Aber das brachte ich mit der zunehmenden Bewegung in Verbindung und die Sommer in Korea haben zur Folge, dass man auch mehr Durst hat.
Kurz gesagt, ich fand für alles eine „Ausrede“, um es nicht mit dem Diabetes in Verbindung zu bringen.

Und dazu kamen noch Kaffee, Tee & andere Getränke

Zurück in Deutschland ging es schleichend weiter. Aus den 3 Litern wurden zunächst 5. Und irgendwann dann 7 oder sogar 9 Liter. Bitte, das ist nicht mehr normal! Und, falls es euch genauso geht, dann nehmt diese Warnzeichen bitte ernst! Kein gesunder Mensch hat ein Verlangen nach mehr als 4 Litern Wasser am Tag!

Das Gewicht wurde in Deutschland dann auch immer weniger. Insgesamt habe ich 20 Kilo abgenommen (kurz vor der Diagnose wog ich 65kg auf 1.84m). Meine Freunde fragten mich nach meinem Geheimnis – wie kann ein normaler, gesunder Mensch so schnell so viel Gewicht verlieren und gleichzeitig Unmengen an Süßkram in sich hinein fressen?!
Und genau da ist der Punkt, ich bin nicht gesund!

Und da kommen wir schon zu dem nächsten Punkt, ich habe Unmengen an Süßkram gefressen – schöner kann man das wirklich nicht beschreiben.
Mehrere Tafeln Schokolade am Tag und ich hatte immer noch Hunger auf mehr! Im Nachhinein auch wieder klar, der Körper hat versucht irgendwie an seinen Zucker bzw. die Energie zu kommen, die wurde aber leider über die Niere und den Urin ausgeschieden. Ihr kennt das bestimmt, den berüchtigten Heißhunger? So ging es mir quasi 24/7.

Bei jedem Menschen äußert sich diese Krankheit anders, vieles ist aber oft gleich: Durst & Gewichtsabnahme.
Falls ihr bei euch bemerkt habt, dass ihr vermehrt trinken müsst und auch nachts auf’s Klo rennt und direkt „nachtrinken“ müsst, dann lasst euch durch checken!
Ignoriert die Symptome nicht, so wie ich es tat. Und lasst es vor allem nicht so weit kommen, wie bei mir letztendlich: zur Ketoazidose. Dahin wollte ihr nicht, das kann ich euch versichern. Ein kurzer Bluttest reicht – ihr müsst nicht einmal zur Blutabnahme, viele Apotheken machen einen Schnelltest!

Also, um meine Frage vom Anfang zu beantworten: Ja, man hätte es ahnen können. Diese Wassermenge ist nicht normal und spätestens als ich aussah wie eine ausgetrocknete Leiche hätte allen sofort klar sein müssen, dass es KEINE Grippe ist.

Habt ihr weitere Fragen zu mir oder meinem dunklen Begleiter? Schreibt mir gerne ein Kommentar, Mail oder schaut auf meinem Instagram Account vorbei! 🙂