Der erste Backversuch – Lebkuchen!

Finde das Rezept auch hier: https://youtu.be/vZwV0EdsZC4

Heute würde ich gerne ein Rezept mit meinen persönlichen Erfahrungen an euch weitergeben. Ich war nie ein Fan von „Lowcarb“, aber nachdem ich auf der Suche nach Lebkuchen beinahe einen Zuckerschock (haha.) bekam, machte ich mich etwas schlau und bin auf dieses leckere Rezept gestoßen. 🙂

Durch die totale Drehung in meinem Leben setz‘ ich mich nun viel mehr mit dem Thema „Nährwerte“ und „Inhaltsstoffe“ auseinander. Was man sonst einfach in sich rein gefressen hat, schaut man sich jetzt viel genauer an. Zwei KLEINE Lebkuchen haben 30gr Kohlenhydrate? Wer mich kennt weiß, dass ich mich mit dieser Menge niemals zufrieden geben würde. Kurz gesagt: Meine Lieblingszeit des Jahres wird nun zu einem Spritz-Marathon. Yippie!

Nichts da. So schwer ist das Backen nicht, und den Zucker der Lebkuchen hebe ich mir lieber für mein Nutellabrot am Morgen auf. Das Rezept, was ich euch gleich vorstellen werde, beinhaltet nur Süßungsmittel eurer Wahl. Ich habe eine flüssige Variante gewählt und auch die Menge reduziert – was eine gute Entscheidung war. Mandeln, Haselnüsse und die Schokolade haben ebenfalls nur wenige Kohlenhydrate und sind leichter zu verkraften als die Supermarkt-Variante.

Los geht’s!

Für ein Blech benötigt ihr folgende Zutaten:

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180 gr gemahlene Haselnüsse

65 gr gehackte Mandeln

3 Eier

165 gr Süßstoff

1/2 Packung Lebkuchen-Gewürz (ca. 25 gr)

2 gr Zimt

2 Messerspitzen Natron

80 gr Schokolade (85%)

Alles zusammen in eine große Schüssel geben und mit einem Löffel vermischen.

Ich habe beim ersten Versuch einen Schneebesen benutzt – macht diesen Fehler bitte nicht. 😀

Nachdem ihr eine feste Pampe gezaubert habt, formt kleine Kugeln. Die Größe sollte ungefähr die einer Pflaume sein. Legt sie auf das Blech und drückt sie anschließend mit einem Löffel oder den Händen flach. Wie dick ihr sie macht ist euch überlassen.

Das Meisterwerk kommt für ca. 15 bis 20 Minuten bei 180° in den Backofen. Ich empfehle euch, dass ihr Backofen am Anfang am besten vorheizt, so spart ihr am Ende etwas Zeit.

Sobald die Lebkuchen etwas fester geworden sind, sind sie fertig – es kann aber natürlich jeder selbst für sich entscheiden, ob er sie eher saftiger oder etwas „mehr durch“ möchte.

Solange das Blech abkühlt wird die Schokolade im Wasserbad oder Topf erwärmt. 

Wer lieber Vollmilch-Schokolade mag, kann natürlich auch andere Varianten verwenden – beachtet dann hier nur die neue Kohlenhydratmenge!

Anschließend könnt ihr die flüssige Schoki auf den Lebkuchen verteilen. Derzeit experimentiere ich ein wenig herum und habe auch noch Mandelsplitter hinzugefügt – ist aber jedem selbst überlassen! 🙂 

& fertig! War gar nicht so schwer, oder?

Die gesamte Portion hat circa 4 KE (40gr Kohlenhydrate).

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Danke

Anlässlich des 6. Tages der #happydiabeticchallenge , möchte ich einfach nur kurz Danke sagen. 

Wenn ich an die letzten vier Wochen zurück denke, waren diese Menschen besonders für mich da. Ich bin der Erkrankte, aber sie sind jetzt genauso mit an Board und haben immer den ein oder anderen Traubenzucker dabei, wissen wie man Blutzucker misst oder was sie zu tun ist, wenn es ernst wird.

 

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Mama & Papa, die trotz 200 km Entfernung mehrmals zu mir in die Klinik kamen. Stunden im Stau, trotz Arbeit und Haushalt daheim – morgens, wenn ich Hilfe beim Frühstück brauchte, mittags nicht satt wurde und Verlangen nach Pommes hatte und abends, wenn ich Angst vor dem Alleinsein hatte, Mama & Papa waren immer bei mir. 💙

 

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Sally – meine beste Freundin seit dem Kindergarten. Wir haben schon so viel miteinander durchgemacht. Aber, dass du mich irgendwann im Rollstuhl durch die Flure eines Krankenhauses fährst, weil ich nicht mehr laufen kann… mir die Haare wäschst, weil mir selbst die Kraft fehlt oder mir meine Insulininjektion gibst, weil mir selbst noch der Arsch auf Glatteis ging – damit haben wir nie gerechnet (zumindest nicht vor 2060) 💙

 

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Hoalabärchen – was soll ich schreiben? Alle Worte wären nicht genug. Danke, dass du mein Leben gerettet hast. Dass du mich zu Ärzten geschleppt hast, wenn ich nicht wollte. Dass du nicht locker gelassen hast, nachdem ich angeblich nur eine Grippe hatte. Dass du mir meinen Traubenzucker auspackst, wenn meine Hände so stark zittern, dass ich nichts mehr hin bekomme. Dass du mich aushalten kannst, wenn ich selbst schon längst keine Lust mehr auf mich selbst habe… Ich könnte noch hundert weitere Punkte aufzählen. Ich liebe dich 💙

 

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& zu guter letzt: meine Omi ❤️ die immer bei mir ist, auch wenn es aufgrund der Entfernung nur in Gedanken ist. Die mir wohl die größte Portion Knödel und Dampfnudeln kochen wird, sobald ich sie besuche. Und dann ist die Krankheit einfach mal vergessen und ich kann nur Nathalie sein. 👵🏼💙 {#danke}

Natürlich gibt es da noch viele andere Menschen, die mir täglich Mut zu sprechen und immer für mich da sind. Ich hoffe, dass ihr wisst wie dankbar ich dafür bin und euch alle nicht missen möchte. Solche Zeiten zeigen einfach, wer ist ein wahrer Freund und wer nur Deko. 

Ich werde zum Mathe-Ass

Heute soll es mal etwas theoretischer werden, da ich zu diesem Thema die meisten Fragen bekomme. Ich packe einen Schokoriegel aus und bekomme sofort die Frage zu hören: „Ja, darfst du das jetzt überhaupt noch? Du musst doch aufpassen was du isst! Wie machst du das denn jetzt?“ 
Ja, ich darf alles essen. Wie schon in meinem Beitrag „Nutella-Verbot“ erwähnt, gelten für mich keine direkten Verbote. Wie der leitende Doktor der Notaufnahme sagte: „Einem Typ 2 Diabetiker würde man jetzt McDonalds verbieten und ins Fitnessstudio schleifen. Sie dürfen sich die Pommes noch gönnen.“ Na, das lass ich mir natürlich nicht zweimal sagen!

Aber fangen wir mal ganz am Anfang an. 
07:30 Uhr – der Wecker klingelt. Also raus aus der Koje und den Blutzucker messen. Pikser in den Finger, fünf Sekunden warten uuund … 210mg/dL – Mist. 
(Side Note: Tagsüber sollte mein Zucker immer im Bereich um 120mg/dL liegen.)
Ab in die Küche und überlegen, was ich nun frühstücken möchte. Aktuell besteht es großteils aus Eiweißbrot, Nutella, Marmelade. Und dann fängt quasi der nervige Teil dieser Krankheit an – das Rechnen. Würde mich mein alter Mathelehrer (Herr W.) so sehen – ha! Der würde Augen machen. Ich fühle mich nach zwei Wochen ja schon wie ein Mathe-Ass.
Wie bereits erwähnt, abhängig von meinen Mahlzeiten muss ich mehr oder weniger spritzen. Dazu kommt dann noch die Korrektur meines Blutzuckers.

Lasst es uns mal gemeinsam durchrechnen:
Mein Blutzucker (BZ) steht aktuell bei 210 – das Ziel wäre 120. Ich muss in 1:40er Schritten korrigieren, was bedeutet: ab einem Wert von 160 muss ich zusätzlich eine Einheit rechnen, ab 200 zwei Einheiten und so weiter … wir stehen heute morgen bei 210, also zusätzliche drei Einheiten – UNABHÄNGIG was ich nun esse. Und hier erklärt sich schon, warum ich essen kann „was ich will“ – ich müsste jetzt sowieso spritzen. Ob ich mir drei Weizenbrötchen reinziehe, oder nur einen Kaffee trinke, die Korrektur muss ich spritzen – ich komme nicht drum herum. 
Merken wir uns also für die Korrektur schon einmal 3 Einheiten.

 

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100 gr Eiweißbrot haben 15 gr Kohlenhydrate

 Ich möchte heute nur zwei Scheiben essen (was für eine unrealistische Annahme …), zücke die Küchenwaage und wiege ab. Manchmal stehen die Angaben pro Scheibe bereits auf der Packung, manchmal nicht. Circa 80 gr Brot sind es – Dreisatz! 

100 gr = 15 gr KH
1 gr = 0,15 gr KH
80 gr = 12 gr KH 

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Weiter zum Nutella … 

100 gr = 57,5 gr KH
15 gr (eine Portion) = 8,6 gr KH

 

 

 

Und jetzt die Marmelade! Mist … die hat Oma ja selbstgemacht. Keine Angaben über Zucker, geschweige denn Kohlenhydrate. Und nun? Ja, dieses Problem werde ich jetzt wohl öfter haben, dass ich einfach keine genauen Angaben über das Essen habe. Hier habe ich im Moment noch die größten Probleme. Das bessere Einschätzen gewisser Lebensmittel kommt wohl eher mit der Zeit, aber was wenn man überhaupt keine Informationen hat? Ausprobieren und schauen was passiert. 
Da meine Oma weniger Zucker verwendet als die üblichen Supermarkt-Marmeladen besitzen, setze ich die Portion auch weniger an. Aber unterschätzt das Obst nicht!

Eine Portion setze ich ungefähr mit 3 gr KH an.

Zusammen macht es also: 12 gr (Brot) + 8,6 gr (Nutella) + 3 gr (Marmelade) 
Die Butter (die unter Nutella NICHT fehlen darf!) ignoriere ich, da es überwiegend nur Fett ist und keinen Einfluss auf meinen BZ-Spiegel hat.
23,6 gr Kohlenhydrate hat mein kleines Frühstück, damit ich auf die Kohlenhydrat-Einheiten (KE) komme, muss ich das Ergebnis nun durch zehn teilen
→ ~ 2,4 (2,36 aufgerundet)

Schön wäre es, wenn wir jetzt fertig sind. Leider nein … 
Ich habe sogenannte Faktoren, mit welchen ich mein Essen multiplizieren muss. Unterschiedlich zur Tageszeit bzw. Biorhythmus nimmt der Körper das Insulin besser/schlechter auf bzw. benötigt mehr/weniger, um den Zucker zu verarbeiten.
Aktuell sind meine Faktoren 1,5 für tagsüber und für spätabends/nachts 1,0 . 

2,4 * 1,5 = 3,6 Einheiten, die ich allein für das Essen spritzen muss. 
Es gibt Insulin-Pens, die können solche 0,5 Zwischenschritte spritzen, meiner kann nur ganze Schritte, also muss ich dementsprechend auf oder ab runden. 

Kommt ihr noch mit? Gleich geschafft … 
3,6 würde ich aufrunden, also werden es 4 Einheiten für das Frühstück + 3 Einheiten Korrektur. Macht gesamt 7 Einheiten Insulin für mich, damit mein Körper das Frühstück möglichst gut verarbeiten kann und zusätzlich der erhöhte BZ-Spiegel wieder in den Normalbereich kommt.

Puuuh … klingt vielleicht aufwendiger, als es letztendlich ist. Mit der Zeit bekommt man eine Routine, mittlerweile kenne ich viele Werte schon auswendig und muss diesen Dreisatz nicht mehr rechnen. So funktioniert es zumindest, wenn ich daheim esse. 
Im Restaurant wird das Ganze dann etwas aufregender – da habe ich leider keine Nährwerttabelle bei mir und auch keine Küchenwaage 😀
Wie ich in solchen Situationen handle, und mit was ich dann konfrontiert werde, spreche ich in einem neuen Beitrag an. 

Dankeschön für das Durchhalten und Lesen 🙂 Ich hoffe, die meisten sind jetzt nicht noch verwirrter als zuvor und ihr konntet einen Einblick in meine „Essensroutine“ bekommen. Was meint ihr, würdet ihr euch schwer damit tun? Was denkt ihr sind die Vor- und Nachteile? Ich bin neugierig auf eure Meinungen! 🙂

PS.: Danke an die Mathelehrer meiner Vergangenheit, Herr W. und Frau F.  Ihr habt immer an mich und meine Fähigkeiten geglaubt, ohne euch wäre das Alles niemals möglich gewesen.   *Ironie aus*

Aktueller Zustand: Nach mehreren guten Tagen, ist mein BZ-Wert die letzten Tage ein wenig höher. Woran das liegt weiß ich noch nicht so recht. Aktuell probiere ich unterschiedliche Sachen aus und warte ab, wie mein Zuckerwert so darauf reagiert.
Die Ärzte sind mehr als zufrieden mit mir und meiner Entwicklung in der kurzen Zeit. Allerdings gibt es für mich gute, wie aber auch schlechte Tage. Ich denke, dass das normal ist und selbst nach Jahren mit der Krankheit es immer noch bergauf und bergab gehen kann. Die Essenssituation außerhalb meiner Wohnung überfordert mich dennoch sehr und ich fühle mich als würde ich in der Luft hängen. Dann passiert es, dass ich keine Lust zum Essen bekomme und mich am liebsten auf der Couch verkriechen möchte. Zum Glück bin ich nicht alleine und mein Umfeld gibt mir viel Kraft – und das sollte man sich immer vor Augen halten. Man ist auf dieser Welt nicht alleine.

 

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Mein Lebensretter ♥

The Dead Pancreas Gang

Die „tote Bauchspeicheldrüsen Gang“ … hört sich auf Englisch schon etwas cooler an! 😀

Heute möchte ich euch gerne meine neuen besten Freunde, ständigen Wegbegleiter und Lebensretter vorstellen – mein Diabetes Equipment. Früher schleppte ich eine 1.5l Flasche mit mir herum, heute sind es Traubenzucker und Spritzen. (Junkie-Leben ahoi!)

Derzeit sind meine treuen Gefährten noch namenlos. Da ich aber gerne allem und jedem einen Namen gebe, würde ich mich über Namensvorschläge freuen 🙂

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Starten wir doch mal mit diesem kleinen Kerlchen – mein Messgerät  (CONTOUR NEXT ONE; Namensvorschläge gern‘ gesehen). Ich besitze aktuell drei Messgeräte – eins für daheim, eins für meinen Rucksack und eines mit USB Anschluss als Reserve (falls alle Batterien auf einmal leer gehen).

Bevor ich mir das Insulin spritzen kann, geschweige denn anfangen kann zu essen, muss ich meinen aktuellen Blutzuckerspiegel kennen. Seht ihr den schwarzen „Stift“ in der Mitte des Täschchens? Das ist eine Stechhilfe, in welcher eine kleine Nadel (Lanzette) befestigt ist. Ich setze sie an eine meiner Fingerkuppen, löse sie aus und schon erscheint ein kleiner Tropfen Blut. Über die Teststreifen, welche sich in der weißen Box befinden, kann das kleine Messgerät den Blutzucker messen.
Je nach Ergebnis muss ich dann eine Korrektur zusätzlich zu meinen Kohlenhydrat-Einheiten spritzen. Ebenso kann es hilfreich sein eine Unter- bzw. Überzuckerung leichter  zu erkennen und dann schneller zu handeln.

Dazu befinden sich in dem Täschchen noch ein, zwei Tupfer für das Blut, neue Lanzetten, ein paar Insulin-Nadeln und Traubenzucker.

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Darf ich vorstellen? Lebensretter No. 1 (Namensvorschläge gern‘ gesehen)
Im Moment benutze ich noch diese Insulin-Pens – in Zukunft werde ich etwas umweltfreundlicher unterwegs sein und einen wiederverwendbaren Pen mit austauschbarer Ampulle verwenden. – Bild folgt 🙂

Oben seht ihr mein kurzwirksames Insulin (Apidra), welches ich je nach Mahlzeit bzw. Korrektur spritzen muss. Falls ich in die Überzuckerung rutsche – was schnell passieren kann, ganz egal ob ich mich beim Essen verschätzt habe oder meine Tagesverfassung schlecht ist – rettet dieses Freundchen quasi mein Leben.

Der untere Pen ist das langwirksame Insulin (aktuell Lantus, ändert sich aber bald), welches ich mir im Moment abends mit 20 Einheiten spritze. Es wirkt kontinuierlich 24 Stunden hinweg und versorgt mich mit dem Basis-Bedarf. Im besten Falle verändert sich der Blutzuckerwert über 4 – 5 Stunden dann nicht, wenn ich einmal nichts essen sollte (was eher selten vor kommt 😀 ).
– & nein, bei mir blieb der Wert bisher nie im gleichen Bereich.

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Empfohlen von meiner Debitologin und noch total überfordert von der Situation bestellten wir am Tag nach meiner Diagnose direkt das Buch „Kalorien mundgerecht“. Darin sind sämtliche Lebensmittel und fertige Mahlzeiten aus bekannten Fast Food Restaurants – ich nenne keine Namen -, mit allen Nährwerten und bereits umgerechneten Einheiten, verzeichnet. Praktisch gerade für die Anfangszeit – für unterwegs ist es leider etwas groß (ca. 400 Seiten), dafür erscheint aber bald eine abgespeckte Version, welche dann um einiges dünner sein wird.

Eine absolute Empfehlung auch meinerseits und hilft einem sehr bestimmte Lebensmittel einschätzen zu können. (Amazon, 12.95€)

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Die kleinen Marmeladengläschen haben drei verschiedene Zwecke:

  1. In einem bewahre ich meine neuen Insulin-Nadeln auf. Sieht nicht nur schöner aus, ist auch super praktisch für unterwegs.
  2. Traubenzucker always ready! Falls ich in den Unterzucker rutsche habe ich direkt etwas zur Hand. Ich muss nicht erstmal in ein anderes Zimmer stolpern oder in irgendwelchen Kisten oder Schubladen kruschteln, eventuell noch eine Packung versuchen zu öffnen, wenn meine Hände sowieso schon zittern und mir schwindelig ist.
    Eine ausreichende Dosis steht immer parat auf dem Esstisch – für unterwegs habe ich vier bis fünf Stück in sämtlichen Taschen verteilt.
  3. Müll to go. Besonders praktisch für unterwegs, eignet sich ein Marmeladenglas für sämtlichen Müll, der anfällt während dem „Schuss setzen“. Egal ob es der blutige Tupfer oder die gefährliche Insulin-Nadel ist. Für unterwegs benutze ich die kleinen Gläser mit dem roten Deckel – für Zuhause stehen die großen Gläser bereit.

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Und hier kommt auch schon der Lebensretter No. 2 – der bekannte Traubenzucker.
Wie schon erwähnt, für daheim bewahre ich mir immer eine ordentliche Menge in den Marmeladengläsern auf. Der Deckel ist einfach zu öffnen und ich komme schnell an ihn heran, wenn ich ihn dringend benötige. Ab einem Wert von 69mg/dL und darunter spricht man von Unterzuckerung & dann geht es ab.
Zittern, Kälteschweiß, Schwindel und der bekannte Heißhunger. Dann ist es wichtig, dass man schnell handelt und am besten zu Traubenzucker (kurzwirkend) und noch langwirkenden, kohlenhydrathaltigen Lebensmitteln (Joghurt, Schokolade, Brot, … ) greift. Im Moment reichen mir zwei (oder drei) Traubenzucker und ein Kinderriegel.

 

Viele haben vielleicht schon von Insulinpumpen oder kontinuierlichen Glukosemessgeräten gehört – das kommt für mich im Moment nicht in Frage. Der Gedanke, dass ein Fremdkörper an mir oder in mir angebracht wird, gefällt mir nicht und eine Pumpe kann öfter mal ausfallen. Da bleibe ich doch lieber erst einmal bei der Oldschool-Version und pikse fröhlich weiter.

Aktueller Zustand: Von Tag zu Tag kehren meine körperlichen Kräfte zurück und ich habe so gut wie keine Probleme mehr. Kopfschmerzen plagen mich derzeit (was aber nicht unbedingt vom Zucker kommen muss) und wackelig auf den Beinen bin ich nach zu langen Strecken auch noch.
Psychisch wird meine Verfassung auch besser. Ich bekomme langsam eine Struktur in meinen neuen Alltag und die Ambulanz ist auch mehr als zufrieden mit meinem Fortschritt und meinen aktuellen Werten. Dennoch ist es wichtig, dass ich aufhöre mir ständig irgendwelche Dinge zu verbieten … Wie hat mein Arzt gesagt?

Wir richten das Insulin nach unserem Leben, nicht unser Leben nach dem Insulin.

 

Dieser Beitrag enthält unbezahlte Werbung.

Nutella-Verbot

Bevor ich zu dem eigentlichen Thema dieses Eintrages komme, möchte ich mich für das tolle Feedback bedanken. Ich war tierisch nervös, als ich auf Facebook den Link teilte – aber die netten Worte, die mich dann erreichten, und das allgemeine positive Feedback haben mir so viel Kraft gegeben. DANKESCHÖN an alle und jeden, es bedeutet mir wirklich viel!

Wie soll ich hier am besten anfangen? Ich denke, die Krankheit kurz und knackig zu erklären wäre wohl ein guter Start.

„Ich hab‘ Zucker.“ An was denkt man da sofort? Zu viel McDonald’s gehabt, eine zu große Gummibärchen-Liebe entwickelt, zu wenig Sport gemacht. Was nun? Nur noch Gemüse, fünf Mal die Woche ins Fitness und … Nutella-Verbot. Jeder, der mich persönlich kennt, weiß, dass das der absolute Albtraum für mich wäre. Nathalie ohne Schokolade sollte man lieber aus dem Weg gehen.

Hier ein kleiner Crashkurs in Sachen Diabetes*:
Es gibt viele Vorurteile und falsche Informationen über Diabetes bzw. die unterschiedlichen Typen.
Diabetes mellitus“ ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei welcher es ein Problem mit dem Bauchspeicheldrüßen-Hormon „Insulin“ gibt. Insulin ist dafür da, dass der Blutzuckerspiegel im Blut gesenkt wird, indem die Zellen die Glucose (den Zucker) aufnehmen – so viel grob dazu. Die gängigste Form ist wohl der Typ 2 – zur Erinnerung, ich habe Typ 1.

Da es sonst den Rahmen sprengen würde und ich euch ja nicht langweilen möchte, hier ein kurzer Überblick über Typ 1 & 2.
Der wesentliche Unterschied ist, dass meine Bauchspeicheldrüse die weiße Fahne weht und aufgibt. Sie produziert kein Insulin mehr, weshalb ich jetzt auch immer spritzen muss. Der Typ 2 muss nicht unbedingt spritzen. Eine gute Ernährung, mehr Bewegung und Sport und diverse Medikamente können einem Typ 2 Diabetiker helfen das Problem in den Griff zu bekommen. – bei mir zum Glück nicht.

Zum Glück? Spinnt die Alte jetzt total?“ – falls ihr so denkt, im ersten Augenblick völlig gerechtfertigt. Allerdings gelten für mich keine Verbote. McDonalds, Nudeln, Tiefkühlpizza und Schokolade! Für mich ist alles erlaubt … solange ich spritze. Segen oder Fluch – darüber werden noch Einträge folgen.

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Laut dem Magazin „Apotheken Umschau“ leben circa 300.000 Menschen in Deutschland mit Typ 1 Diabetes. Verlässliche Zahlen gibt es aber nicht, da Diabetes keine meldepflichtige Krankheit in Deutschland ist – auch dazu wird noch ein Eintrag folgen.

Ohne Insulinzufuhr von außen kann es bei mir zu einer Ketoazidose kommen. Na, erinnert ihr euch? Der als „grippale Infekt“ diagnostizierte Zustand war in Wahrheit eine Ketoazidose. Diese kann ohne Gegenmaßnahmen tödlich enden und laut den Ärzten im Klinikum war ich davon nicht weit entfernt.
Derzeit muss ich abends ein Langzeitinsulin spritzen, welches mich über 24 Stunden hinweg mit Insulin versorgt. Ebenso muss ich zu jeder Mahlzeit eine gewisse Anzahl an kurz wirkendem Insulin spritzen, abhängig von meinem Blutzuckerspiegel und den Kohlenhydraten, die ich zu mir nehmen werde. (Ihr ahnt es, auch hierzu wird ein konkreter Eintrag folgen)

So, nun habe ich das Thema mal kurz angeschnitten und euch einen groben Überblick gegeben. Falls ihr weitere Fragen zur der Theorie oder meinem Gesundheitszustand habt, lasst sie mich wissen. 🙂
Ich werde zu jedem „Unterthema“ einen eigenen Eintrag schreiben, da ich meine Texte auch nicht zu lange werden lassen möchte, damit keine Langeweile auftritt.

Teilt gerne meinen Blog und seid gespannt!

Aktueller Zustand: Mein Zucker pendelt im Hunderterbereich (88 – 199). Psychisch ging es mir am Wochenende nicht so gut. Physisch geht es mir von Tag zu Tag besser und die Kraft kommt zurück. Ich bin optimistisch.

 

*(Disclaimer: Ich bin kein Mediziner – falls ich etwas falsches schreibe, korrigiert mich bitte.)

Vom grippalen Infekt zur Ketoazidose

Kopfschmerzen, Übelkeit … Alles dreht sich. Meine Füße sind kalt wie Eis. Das Aufstehen von der Couch ist unmöglich ohne die Hilfe meines Freundes. Ich atme so stark und schnell, als hätte ich gerade einen Marathon hinter mir – mein Herz springt mir gleich aus der Brust. Essen kann ich seit Tagen kaum noch und trinken tu‘ ich nur, weil mein Mund so trocken vom Atmen ist.

Ein grippaler Infekt? Kein Fieber oder Kratzen im Hals … aber man verlässt sich auf die Ärzte und macht sich keine weiteren Gedanken. Die Blutwerte sind normal, man findet nichts Auffälliges. Also Tee trinken, ausruhen und abwarten.

28.09.2018 – am Morgen mit Kopfschmerzen und Gliederschmerzen aufgewacht. Seit dem kamen schleichend mehr Symptome hinzu. Man denkt sich nichts dabei – vielleicht nachts falsch gelegen. Schlapp fühlt sich jeder einmal, vielleicht die ersten Anzeichen einer Erkältung.

04./05.10.218 – in der Nacht musste ich mich das erste Mal übergeben. Ich fühle mich kraftlos, kann nicht lange stehen und würde am liebsten immer und überall mich einfach hinlegen und schlafen.

08.10.2018 – mittlerweile geht es mir so schlecht, dass ich alleine nicht mehr aufstehen kann. Kein Appetit, ich will einfach nur schlafen.

09.10.2018 – das Essen von gestern Abend sagt erneut „Hallo!“. Kurz vor dem Termin beim Debitologen muss ich mich 2x übergeben und würde am liebsten daheim auf der Couch bleiben. Mein Freund steckt mich dennoch ins Auto und schleppt mich – buchstäblich – zum Arzt. Dort angekommen hinterlasse ich den Ärzten einen bleibenden Eindruck und übergebe mich ein drittes Mal.
Kurz darauf steht auch schon der Rettungswagen mit den Sanitätern vor der Tür und verfrachtet mich ins Uniklinikum.

In den letzten Tagen bekam ich mehr Spritzen, mir wurde mehr Blut abgenommen und ich verbrachte so viel Zeit im Krankenhaus wie in den letzten 23 Jahren meines Lebens zusammen nicht.
Mein Leben wurde um 360° verändert, scheinbar war ich kurz vor dem Koma.
Die vielen Gedanken, die mir durch den Kopf schwirren, möchte ich hier niederschreiben und teilen. Einerseits möchte ich mir damit selbst helfen es zu realisieren und zu verarbeiten, andererseits anderen Mut machen, denen es genauso ergeht und sich mit Allem etwas schwerer tun.

Frau Bauer, Sie haben Diabetes Typ 1. Sie werden sich jetzt ein Leben lang selbst spritzen müssen.“ Als wäre es gestern gewesen … als sie einer 23 Jährigen mit Trypanophobie sagten, dass Nadeln und Spritzen nun zu ihrem Alltag gehören werden.