Neue Blog-Reihe

Hallo ihr da draußen!
Auf der Suche nach neuen Themen für meinen Blog, bin ich auf die Idee gekommen, eine eigene „Blog-Reihe“ zu starten.

Unter dem Namen „Der Diabetes und …“ möchte ich verschiedene Themen ansprechen, Fragen klären und Vorurteile aus dem Weg räumen, rund um die Krankheit – ganz egal welcher Typ.

Doch dafür benötige ich eure Hilfe! Ich bin nun mitten drin und bekomme so langsam ein Gefühl dafür, wie es so ist mit dieser Krankheit leben zu müssen. Aber was beschäftigt euch? Was denkt ihr so über den Diabetes – welche Vorurteile habt ihr? Gibt es etwas, dass für euch noch nicht gut genug erklärt oder behandelt wurde? Egal was! Ich bin über sämtliche Vorschläge, Fragen und Vorurteile „froh“ und freue mich darauf, sie mit euch thematisieren zu können.

Gerne könnt ihr unter diesem Beitrag ein Kommentar da lassen oder Kontakt über das Formular hier aufnehmen.
Ansonsten findet ihr mich noch auf Instagram oder Facebook.

Man sieht sich & „folgen“ nicht vergessen 🙂

Aus 2 wurden 9 Liter Wasser

Viele stellen mir die Frage „Hätte man es ahnen können?„.
Mir ist (rückblickend) aufgefallen, dass die Symptome schon früh aufgetreten, allerdings nicht ernst genommen worden sind.

Ich denke, es kennt jeder die weit verbreiteten Symptome wie Durst, Müdigkeit und Gewichtsverlust. Ich hatte jedoch das Problem, dass ich sie nicht so richtig ernst genommen habe und vor allem, ich konnte sie nicht richtig einordnen und deuten.
Mitte 2016 wurde bei der Blutabnahme ein erhöhten HbA1c-Wert festgestellt und mit dem Rat „gesünder zu essen und mehr Sport zu treiben“ wieder abgetan – „Das wird wieder. Keine Angst.“
(Kleiner Spoiler: Es wurde nicht wieder.)

Während ich mein Auslandsjahr in Korea verbrachte, wurde der Durst immer mehr. Angefangen hat es bei vielleicht 3 Litern am Tag.
Ich habe angefangen Gewicht zu verlieren… Aber das brachte ich mit der zunehmenden Bewegung in Verbindung und die Sommer in Korea haben zur Folge, dass man auch mehr Durst hat.
Kurz gesagt, ich fand für alles eine „Ausrede“, um es nicht mit dem Diabetes in Verbindung zu bringen.

Und dazu kamen noch Kaffee, Tee & andere Getränke

Zurück in Deutschland ging es schleichend weiter. Aus den 3 Litern wurden zunächst 5. Und irgendwann dann 7 oder sogar 9 Liter. Bitte, das ist nicht mehr normal! Und, falls es euch genauso geht, dann nehmt diese Warnzeichen bitte ernst! Kein gesunder Mensch hat ein Verlangen nach mehr als 4 Litern Wasser am Tag!

Das Gewicht wurde in Deutschland dann auch immer weniger. Insgesamt habe ich 20 Kilo abgenommen (kurz vor der Diagnose wog ich 65kg auf 1.84m). Meine Freunde fragten mich nach meinem Geheimnis – wie kann ein normaler, gesunder Mensch so schnell so viel Gewicht verlieren und gleichzeitig Unmengen an Süßkram in sich hinein fressen?!
Und genau da ist der Punkt, ich bin nicht gesund!

Und da kommen wir schon zu dem nächsten Punkt, ich habe Unmengen an Süßkram gefressen – schöner kann man das wirklich nicht beschreiben.
Mehrere Tafeln Schokolade am Tag und ich hatte immer noch Hunger auf mehr! Im Nachhinein auch wieder klar, der Körper hat versucht irgendwie an seinen Zucker bzw. die Energie zu kommen, die wurde aber leider über die Niere und den Urin ausgeschieden. Ihr kennt das bestimmt, den berüchtigten Heißhunger? So ging es mir quasi 24/7.

Bei jedem Menschen äußert sich diese Krankheit anders, vieles ist aber oft gleich: Durst & Gewichtsabnahme.
Falls ihr bei euch bemerkt habt, dass ihr vermehrt trinken müsst und auch nachts auf’s Klo rennt und direkt „nachtrinken“ müsst, dann lasst euch durch checken!
Ignoriert die Symptome nicht, so wie ich es tat. Und lasst es vor allem nicht so weit kommen, wie bei mir letztendlich: zur Ketoazidose. Dahin wollte ihr nicht, das kann ich euch versichern. Ein kurzer Bluttest reicht – ihr müsst nicht einmal zur Blutabnahme, viele Apotheken machen einen Schnelltest!

Also, um meine Frage vom Anfang zu beantworten: Ja, man hätte es ahnen können. Diese Wassermenge ist nicht normal und spätestens als ich aussah wie eine ausgetrocknete Leiche hätte allen sofort klar sein müssen, dass es KEINE Grippe ist.

Habt ihr weitere Fragen zu mir oder meinem dunklen Begleiter? Schreibt mir gerne ein Kommentar, Mail oder schaut auf meinem Instagram Account vorbei! 🙂

Mein erster HbA1c-Wert

Am 03.12. hatte ich mein erstes offizielles Arztgespräch als Diabetikerin. Dort werden, neben den allgemeinen Fragen, auch der Fortschritt und die Blutwerte der vergangenen drei Monate besprochen – bei mir die letzten zwei Monate.
Teil dieser Blutwerte ist der berühmte HbA1c-Wert, der von allen Diabetikern sehnsüchtig erwartet und (oftmals) gefeiert wird. Warum? Das möchte ich euch heute etwas näher erklären.

Zu Beginn ist (mal wieder) ein kleiner Exkurs in die Wissenschaft …
Ein wichtiger Bestandteil der roten Blutkörperchen ist Hämoglobin (Hb), manche kennen ihn vielleicht unter der Bezeichnung „roter Blutfarbstoff“. Warum ist er so wichtig? Er ist für den Sauerstoff-Transport im Körper zuständig, da er den Sauerstoff bindet und von der Lunge zu den Organen transportiert. Wenn sich nun Glukose (Zucker) an das Hämoglobin hängt, wird aus dem Ganzen HbA1c. Und mit dem HbA1c-Wert kann man nun herausfinden, wie viel Hämoglobin „verzuckert“ ist. Vielleicht kennt ihr den Ausdruck „Langzeitzucker“? Genau das ist er!
Da diese Körperchen in der Regel nur drei Monate leben, misst man diesen Wert in einem Abstand von acht bis zwölf Wochen.

Bei euch „Normalos“ befindet sich der Wert um die 5% – also sind bei euch ca. 5% der Hämoglobinmoleküle verzuckert. Für Typ-1-Diabetiker wird ein Wert unter 7,5% empfohlen – für Typ-2’er gilt zwischen 6,5 – 7,5%. 
Jetzt wollt ihr bestimmt meinen Wert wissen, oder? 
Na gut, ihr solltet ihn schon auf dem Titelbild gesehen haben – aber ich will es nochmal extra betonen: 7% !!!

Umso höher der HbA1c-Wert, desto öfter und länger waren die Blutzuckerwerte erhöht. Aber! Ein guter Wert bedeutet nicht automatisch, dass die Blutzuckerwerte überwiegend normal waren. Wenn sich erhöhte und erniedrigte Werte häufig abwechseln, kann das ebenfalls zu einem guten Mittelwert führen. Ich war am Anfang noch relativ hoch (im 200 – 300er Bereich) und hatte danach sehr häufig eine Hypo (60-50mg/dL). 

Bei meiner Einlieferung ins Krankenhaus lag mein Wert bei … 12,9%. Krass, oder? Nüchtern war mein Blutzucker auch bei kurz unter 500mg/dL – „normal“ ist hier ein Wert bis 120mg/dL. 

Es hat sich also vieles geändert und ich bin ja schon irgendwie stolz auf mich. Ich hätte auch niemals gedacht, dass man sich so sehr über eine Zahl freuen kann – habe mich auch oft gewundert, als ich auf Instagram Posts über den HbA1c-Wert sah. Und jetzt bin ich selbst so jemand 😀 

Als bereits 2016 ein erhöhter HbA1c-Wert bei mir entdeckt wurde, lag er bei 6,1% – mir wurde damals gesagt, das sei nicht weiter dramatisch und nicht auffällig. Ich bekam kurz gesagt, dass ich gesund essen soll und dann „wird das wieder“. Dass es bereits ein Anzeichen für ein Diabetes war, wurde nicht ernst genommen. Also, fragt bei eurem nächsten Blutbild doch mal nach eurem Wert und checkt euch selbst 😉 . 

Mich würden natürlich eure letzten HbA1c-Werte interessieren. 
Was ich mich für die Zukunft für ein Ziel setze? Auf jeden Fall unter die 7% – aber bitte ohne Stress! Innerhalb so kurzer Zeit von 12,9 auf 7,0 ist schon eine ordentliche Leistung! Sobald ich körperlich fit bin und Sport machen kann, erhoffe ich mir doch locker eine 6,.. 🙂

Aktueller Zustand: Ich verbiete mir weniger Essen – die Hilfe durch den Psychotherapeuten zeigt also Wirkung! Es tut einfach so gut, jemanden an der Seite zu haben, der sich damit wirklich auskennt und einem Tipps geben kann. 
Mein aktuelles Problem sind meine Beine. Das Wort Mononeuropathia multiplex oder Polyneuropathie nimmt aktuell den Großteil meines Lebens ein. Zunächst war es nur ein Taubheitsgefühl und Kribbeln, jetzt habe ich Krämpfe und „blitzartige“ Zuckungen an/in den Füßen. Jetzt wird einiges an Medikamenten ausprobiert – ich hoffe, das geht wieder alles weg…