Honeymoon – Meine Flitterwochen mit dem Diabetes

Honeymoon – Wuhu, das klingt super! Ich war zunächst verwirrt, als die Diabetesberaterin mir sagte, dass ich nun in eine Phase rutschen würde, die sich „Honeymoon-Phase“ nennt. Gerne würde ich meine Koffer packen und mich auf eine einsame Insel verziehen, da lässt es sich mit dem Diabetes bestimmt auch super leben! Leider ist das Ganze nur halb so cool …

Nach der Diagnose kann es sein, dass ihr in sie sog. Remissionsphase kommt, auch bekannt als Honeymoon-Phase. Dies bedeutet, dass die Betazellen der Bauchspeicheldrüse sich kurzzeitig erholt haben und vorübergehend wieder arbeiten. Dadurch benötigt ihr eine andere Insulineinstellung, wie ohne Remissionsphase. Nun mag der ein oder andere denken „Hey, super! Ich bin geheilt.“ – Naja, … wenn es nur so einfach wäre.
Ob und wie viel Insulin die Bauchspeicheldrüse wieder produziert, ist von Mensch zu Mensch unterschiedlich. Manche hängen mehrere Jahre in der Remissionsphase, andere sind nach wenigen Monaten schon wieder ohne Eigenproduktion unterwegs.

Das ist einerseits etwas kompliziert für die Einstellung (wie viel Insulin benötige ich wofür), sowie auch bei der Planung gewisser Aktivitäten.
Ich selbst habe persönlich das Gefühl gehabt, dass ich nie in dieser Phase war bzw. bin. Ich konnte eine KE essen, bin direkt um 40mg/dL angestiegen und von alleine auch nicht wieder gesunken. Für mich klang das nach keiner Eigenproduktion.
Bis ich dann Anfang Juli in die Diabetesklinik ging und dort meine Blutwerte gecheckt wurden. Aussagekräftig in Bezug auf die Eigenproduktion ist das sogenannte C-Peptid. Im Labor wird der Wert hauptsächlich bestimmt, um die Leistung der Betazellen zu beurteilen. Es wird bei der Aktivierung von Insulin vom Proinsulin abgespalten und gelangt mit dem Insulin in das Blut. Bei Typ 1 Diabetikern finden sich erniedrigte, beim Typ 2 Diabetiker normale bis erhöhte C- Peptidkonzentrationen im Blut. (Quelle: https://www.imd-berlin.de)

C-Peptid
Quelle: http://www.apotheken-umschau.de

Ein normaler Wert sollte nüchtern bei 0,7 – 3 ng/ml liegen – mein aktueller C-Peptid-Wert liegt bei 0,35ng/ml. Was sagt uns das? Ich habe weniger C-Peptide im Blut als ein gesunder Mensch, dennoch ist etwas da! Wie viel und wie lange das Ganze noch aktiv ist, das weiß man leider nicht. Ebenso kann ich sagen, dass ich im Moment nichts davon „spüre“. Meine Insulindosis ist z.B. nicht besonders gering. Es gibt Diabetiker, die zu ihrer „Anfangszeit“ wirklich wenig Insulin benötigen und erst nach ein paar Jahren ihre Therapie anpassen müssen.

Fazit: Ich hätte gerne einen richtigen Honeymoon, so mit Kokosnuss am Strand und Sonnenuntergänge am rauschenden Meer! 😀 Dass meine Bauchspeicheldrüse noch etwas aktiv ist, ist schön für sie. Ich bin gespannt wann und wie sich mein C-Peptid im Laufe der nächsten Monate ändern wird und vor allem, welche Veränderungen ich dann bemerken werde.

Welche Erfahrungen habt ihr in/mit der Honeymoon-Phase gemacht? War sie bei euch stark bemerkbar? Erzählt es mir in den Kommentaren! 🙂

Ein Gedanke zu “Honeymoon – Meine Flitterwochen mit dem Diabetes

  1. Hallo!
    Ich kann leider beim besten Willen nicht mehr sagen, ob ich so etwas hatte? Da die Zeit meiner Diagnose und Einstellung schon einige Zeit her ist, ist das alles recht schwammig. Außerdem kam das alles ziemlich zeitgleich mit meiner Pubertät, sodass ich bezweifle dass da irgendetwas wirklich aufgefallen wäre, da das wirklich alles drüber und drunter lief mit dem Hormonmix und der Einstellung 😅

    Aber interessant, den Begriff „Honeymoon“ hätte ich nie mit Diabetes zusammengebracht…

    Liebe Grüße!

    Liken

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