Nutella-Verbot

Bevor ich zu dem eigentlichen Thema dieses Eintrages komme, möchte ich mich für das tolle Feedback bedanken. Ich war tierisch nervös, als ich auf Facebook den Link teilte – aber die netten Worte, die mich dann erreichten, und das allgemeine positive Feedback haben mir so viel Kraft gegeben. DANKESCHÖN an alle und jeden, es bedeutet mir wirklich viel!

Wie soll ich hier am besten anfangen? Ich denke, die Krankheit kurz und knackig zu erklären wäre wohl ein guter Start.

„Ich hab‘ Zucker.“ An was denkt man da sofort? Zu viel McDonald’s gehabt, eine zu große Gummibärchen-Liebe entwickelt, zu wenig Sport gemacht. Was nun? Nur noch Gemüse, fünf Mal die Woche ins Fitness und … Nutella-Verbot. Jeder, der mich persönlich kennt, weiß, dass das der absolute Albtraum für mich wäre. Nathalie ohne Schokolade sollte man lieber aus dem Weg gehen.

Hier ein kleiner Crashkurs in Sachen Diabetes*:
Es gibt viele Vorurteile und falsche Informationen über Diabetes bzw. die unterschiedlichen Typen.
Diabetes mellitus“ ist eine chronische Stoffwechselerkrankung, bei welcher es ein Problem mit dem Bauchspeicheldrüßen-Hormon „Insulin“ gibt. Insulin ist dafür da, dass der Blutzuckerspiegel im Blut gesenkt wird, indem die Zellen die Glucose (den Zucker) aufnehmen – so viel grob dazu. Die gängigste Form ist wohl der Typ 2 – zur Erinnerung, ich habe Typ 1.

Da es sonst den Rahmen sprengen würde und ich euch ja nicht langweilen möchte, hier ein kurzer Überblick über Typ 1 & 2.
Der wesentliche Unterschied ist, dass meine Bauchspeicheldrüse die weiße Fahne weht und aufgibt. Sie produziert kein Insulin mehr, weshalb ich jetzt auch immer spritzen muss. Der Typ 2 muss nicht unbedingt spritzen. Eine gute Ernährung, mehr Bewegung und Sport und diverse Medikamente können einem Typ 2 Diabetiker helfen das Problem in den Griff zu bekommen. – bei mir zum Glück nicht.

Zum Glück? Spinnt die Alte jetzt total?“ – falls ihr so denkt, im ersten Augenblick völlig gerechtfertigt. Allerdings gelten für mich keine Verbote. McDonalds, Nudeln, Tiefkühlpizza und Schokolade! Für mich ist alles erlaubt … solange ich spritze. Segen oder Fluch – darüber werden noch Einträge folgen.

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Laut dem Magazin „Apotheken Umschau“ leben circa 300.000 Menschen in Deutschland mit Typ 1 Diabetes. Verlässliche Zahlen gibt es aber nicht, da Diabetes keine meldepflichtige Krankheit in Deutschland ist – auch dazu wird noch ein Eintrag folgen.

Ohne Insulinzufuhr von außen kann es bei mir zu einer Ketoazidose kommen. Na, erinnert ihr euch? Der als „grippale Infekt“ diagnostizierte Zustand war in Wahrheit eine Ketoazidose. Diese kann ohne Gegenmaßnahmen tödlich enden und laut den Ärzten im Klinikum war ich davon nicht weit entfernt.
Derzeit muss ich abends ein Langzeitinsulin spritzen, welches mich über 24 Stunden hinweg mit Insulin versorgt. Ebenso muss ich zu jeder Mahlzeit eine gewisse Anzahl an kurz wirkendem Insulin spritzen, abhängig von meinem Blutzuckerspiegel und den Kohlenhydraten, die ich zu mir nehmen werde. (Ihr ahnt es, auch hierzu wird ein konkreter Eintrag folgen)

So, nun habe ich das Thema mal kurz angeschnitten und euch einen groben Überblick gegeben. Falls ihr weitere Fragen zur der Theorie oder meinem Gesundheitszustand habt, lasst sie mich wissen. 🙂
Ich werde zu jedem „Unterthema“ einen eigenen Eintrag schreiben, da ich meine Texte auch nicht zu lange werden lassen möchte, damit keine Langeweile auftritt.

Teilt gerne meinen Blog und seid gespannt!

Aktueller Zustand: Mein Zucker pendelt im Hunderterbereich (88 – 199). Psychisch ging es mir am Wochenende nicht so gut. Physisch geht es mir von Tag zu Tag besser und die Kraft kommt zurück. Ich bin optimistisch.

 

*(Disclaimer: Ich bin kein Mediziner – falls ich etwas falsches schreibe, korrigiert mich bitte.)

Ein Gedanke zu “Nutella-Verbot

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